
Der Eingangsbereich ist zeitgleich der Aufenthaltsraum (Bilder: H. Habib)
In der Lerchenstraße 28a eröffnete vor fast einem Jahr das betahaus hamburg. Jeder, der beim Arbeiten gern Gesellschaft um sich herum hat, kann sich hier ein Büro mieten.
Einer der fünf Gründer des Hauses ist Lena Schiller Clausen. Weil sie selbst in der Internetbranche arbeitete, wollte sie schon seit längerer Zeit Programmierer und Softwarentwickler kennenlernen, sich von ihnen inspirieren lassen. Doch sie hatte kaum Gelegenheit, Kontakt zu knüpfen. Von einer Freundin hörte sie vom betahaus Berlin, nach dessen Vorbild die Einrichtung in Hamburg letztlich aufgebaut wurde.
„Ich war begeistert von der Idee“, sagt Lena Schiller Clausen, und nennt noch andere Gründe: „Zu Hause hat man keine Inspiration, es gibt keinen Austausch, zu viel Ablenkung, keine Gespräche und vor allem kann man nichts Neues lernen.“ Zur gleichen Zeit hatten auch noch einige andere Leute die Idee, ein Großraumbüro mit anderen zu teilen. Die Firma mindmatters bot ihnen einmal die Woche die Möglichkeit, die Räumlichkeiten in ihrem Unternehmen zu nutzen.
Schiller Clausen nutzte immer wieder und kam mit Gleichgesinnten in Kontakt. Schnell war ihnen klar, dass sie gern ein „WG-Büro“ haben wollen. Im Internet gründeten sie eine Community, der sich 120 Leute anschlossen. Ab September trafen sich immer wieder 20 bis 30 von ihnen, sammelten Ideen und schmiedeten Pläne.
„Parallel haben wir begonnen uns über alles Mögliche zu informieren, wie viel Kapital brauchen wir, wo bekommen wir es her, welche Art von Immobilie ist notwendig“, zählt Mitgründerin Schiller Clausen auf.
Im Januar 2010 wurden die Pläne konkret und zwei Monate später wussten die fünf Gründer Lena Schiller Clausen, Wolfgang Wopperer, Lars Brücher, Johannes von Bargen und Frank Schmitz ganz genau, was sie wollten.

Wer etwas Ruhe braucht, setzt sich in den Raum für konzentriertes Arbeiten

Valentin Heyde ist Nutzer der ersten Stunde

Einmal in der Woche essen die Nutzer gemeinsam
Die Nutzer der Einrichtung unterstützen sich gegenseitig, geben sich Tipps oder planen gemeinsame Projekte. Valentin Heyde beispielsweise sprach für ein Projekt im betahaus jemanden an, der ebenfalls Kommunikationsberater war. „Mit ihm fühlte ich mich sicherer“, begründet er. Im betahaus kann man das Wissen und die Profession der anderen nutzen. So entstehen auch immer wieder Freundschaften. Damit die Nutzer leichter miteinander in Kontakt kommen, gibt es wöchentlich ein gemeinsames Mittagessen. „Hier kann man aufeinander zugehen, ohne sich zu stören“, sagt Lena Schiller Clausen.

Jörg Hendrik Ast glaubt, dass das betahaus die Zukunft ist
Er ist überzeugt davon, dass das betahaus zukunftsweisend ist, weil er glaubt, dass sich Arbeit ändert und mehr in Richtung einer Community geht.
Hengameh Habib


