Swahili, flirten und sonstige Künste

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Frigga Horstmann und Carsten Giewald: Na kommst du auch zum Flirten? (Bild: S.Remesch)

Frigga Horstmann und Carsten Giewald: Nachhilfe im Flirten gefällig? (Bild: S.Remesch)

Nachhilfe beim Flirten? Beckenbodentraining für Männer? Schwarze Rhetorik um Mitmenschen einfacher zu manipulieren? Bierbrauen für Heimwerker? Ja, das sind alles Dinge, die man an der Hamburger Volkshochschule lernen kann.

Wem das noch nicht exotisch genug ist, der kann sich im ehemaligen Montblanc-Gebäude auch dem Ballet-Workout, dem Vergülden oder etwa dem Kneipenszenen-Fotografieren hingeben – passend zur Schanze. „Typisch Schanze ist auch, dass man zuerst zur Volkschule kommt und anschließend mit Shopping im Schanzenviertel weitermacht“, meint die Regionalleiterin der Hamburger Volkshochschule Frigga Horstmann.

Heiße Flirts auf dem Schulflur

Den Flirt-Kurs hat sie in ganz besonderer Erinnerung: „Im Flur wurden wir dann von Unbekannten tief in die Augen geschaut.“ Mit sanfter, tiefer Stimme habe man sie dann gefragt: „Na, kommst du auch für den Flirt-Kurs“, lacht Frigga Horstmann.

Bildung – und wenn es auch gewöhnlichere Fächer sind – soll für jeden zugänglich sei, unterstreicht die Schulleiterin. Zudem soll sie Menschen nicht nur das Mitmachen erlauben, sondern sie auch dazu ermutigen, sich einzumischen. Mitreden und gestaltend einzugreifen ist der Semesterschwerpunkt 2011/2012.

Schüler sollen zudem dazu animiert werden, sich einer reinen Konsumhaltung entgegen zu setzen und selber etwas zu unternehmen. Bei der VHS kann man das sowohl im Alphabetisierungskurs wie auch beim DIY-Bierbrauen oder etwa beim Trend-Hobby Häkeln.

Eher Thailändisch als Ukrainisch

„Junge Menschen in Hamburg sind offene Menschen“, unterstreicht Frigga Horstmann. „Daher erfreuen wir uns an der Volkshochschule auch eines regen Andrangs, wenn es darum geht, Fremdsprachen zu lernen.“ – „Je weiter weg, desto größer das Interesse“, wirft Programm-Manager Carsten Giewald ein. „Der Swahili-Kurs war sofort ausgebucht. Thailändisch ebenso.“

Zur Fußball-Europameisterschaft 2012 hatte die Volkschule sogar Ukrainisch-Kurse angeboten. Hier hielt sich der Erfolg allerdings in Grenzen. Den Nerv der Zeit zu treffen, um möglichst viele Menschen für aufbauende Bildung zu begeistern, das ist die Herausforderung, der sich die Volkshochschule Semester für Semester stellt und auch stellen muss.

„Wir sind ziemlich stolz auf das, was wir in den letzten 20 Jahren hier aufgebaut haben“, sagt Frigga Horstmann. „Als wir angefangen haben, war die Schanze ein Drogenviertel. Heute ist es ein lebendiges Quartier und ein Anziehungspunkt für junge Menschen“.

Mehr Informationen zur Hamburger Volkshochschule gibt es im Web unter www.vhs-hamburg.de.

Steve Remesch

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Ein Kommentar zu Swahili, flirten und sonstige Künste

  1. FalkoBaade sagt:

    Nichts spricht dagegen das Flirten in einem Kurs oder der VHS zu lernen. Ich sehe hier keinen Unterschied zu Sprachen. Wenn jemand seine Fitness verbessern möchte bezahlt er auch das Studio, für seine Ausbildung gibt er sowieso viele Tausend Euros aus. Warum sollte man soziale Kompetenzen also nicht auch lernen?

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