Susannenstraße: Wirte wollen jetzt Klage einreichen

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Den Wirten in der Susannenstraße reicht es - sie wollen klagen (Bild: A. Laible)

Den Wirten in der Susannenstraße reicht es - sie wollen klagen (Bild: A. Laible)

Am Donnerstag haben Gastronomen der Susannenstraße angekündigt, Klage gegen den Bezirk Altona einzureichen. Dafür hätte sich eine Gruppe von zehn bis zwölf Wirten zusammengetan, bestätigte Café Park-Betreiber Braham Saedi-Nia.
Seit längerem bahnt sich diese Situation an. Die Interessenkonflikte zwischen den Gastronomen in der Susannenstraße, den Anwohnern und dem Bezirk Altona waren zu groß – und die Vorschriften des Bezirks für den gastronomischen Außenbetrieb in der Straße erschienen nicht nur den Gastronomen unausgegoren.

Vor einiger Zeit hatte der Bezirk Altona auf vermehrte Anwohnerbeschwerden gegen die zunehmende Gastronomie und „Ballermannisierung“ reagiert und die Bürgersteige der Susannenstraße wieder stärker von der Außengastronomie ausgenommen. Dafür wurden in Absprache mit den ansässigen Gastronomen einzelne Straßenbuchten zu Minibiergärten umgebaut – unter finanzieller Beteiligung der Wirte, erzählt Saedi-Nia. 110.000 bis 120.000 Euro hätten sie dafür investieren müssen. Absurderweise hätte das alles nur die Susannenstraße betroffen – läge ein Lokal an einer Ecke, könne es zur anderen Straße Außenplätze betreiben. Nur in der Susannenstraße ginge das nicht. Damals sei dann auch die Rede von Schallschutzschirmen zur Lärmdämmung gewesen, so der Wirt weiter. Diese hätten die Gastronomen aber abgelehnt und darauf sei das Bezirksamt Altona auch eingegangen, sagt Saedi-Nia.

Als der Umbau der Parkbuchten beendet war, wäre aber die Frage nach Schalldämmung mit Schirmen erneut ins Spiel gekommen, berichtet er. Die Wirte recherchierten nach den Schirmen und kamen zu wenig befriedigenden Ergebnissen – es gab keine Prototypen, auch nicht seitens des vom Bezirk Altona vorgeschlagenen Herstellers, der süddeutschen Firma May. Zwei Gastronomen bestellten dort Test-Schirme, unter anderem die Kostbar. Firma May konnte selber noch keine Erfahrung damit verzeichnen und ließ diese nun kürzlich erst vom TÜV überprüfen. Ergebnis: Die Schallschutzschirme sind offensichtlich nicht wirklich zu gebrauchen, zumindest genügen sie den Anforderungen des Bezirks nicht. Der TÜV bescheinigte ihnen letzte Woche eine Wirkung von etwa 1,5 bis 2 Dezibel Schallminderung. Mindestens 3 Dezibel waren aber gefordert.

„Ganz Europa hat über uns gelacht“, als sie anfangen mussten, nach Schallschutzschirmen zu recherchieren, sagt Wirt Saedi-Nia. Viele Wirte in der Susannenstraße hatten dann zum Fristtermin auch noch keine Schirme bestellt und ließen ihren Außenbetrieb einfach weiter laufen, trotz der Androhung von Verwarngeldern. Und diese hatte es nun in dieser Woche gehagelt. Mindestens fünf Wirte seien mit Geldstrafen von 500 bis 1000 Euro bedacht worden, so der Wirt des Park Cafés.

Damit reicht es den Wirten in der Susannenstraße nun. Sie fühlen sich vom Bezirk betrogen und unter Druck gesetzt. Gut zehn von ihnen hätten sich jetzt zusammengetan und ließen sich von mehreren Anwälten in dieser Sache vertreten, so Café-Betreiber Saedi-Nia. Gemeinsam möchte man gegen den Bezirk Altona Klage einreichen. „Obwohl wir alles bezahlt haben und alles mitgemacht haben, was verlangt wurde, betreibt man mit uns ein krankes Spiel“, sagt er. Das genaue Vorgehen gegen den Bezirk Altona werden man mit den Anwälten in den nächsten Tagen besprechen. Der Bezirk war am Donnerstag für eine Stellungnahme leider nicht mehr zu erreichen.

Susanne Hüners

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