Susannenstraße: Was ist eigentlich ein Schallschutzschirm?

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Die Parkbuchten in der Susannenstraße sind größtenteils ausgepflastert. Die Schallschutzschirme sind jedoch noch nicht da. Das schwarze Exemplar im Vordergrund ist noch ein regulärer Sonnenschirm (Bilder: L. Gesing)

Die Parkbuchten in der Susannenstraße sind größtenteils ausgepflastert. Die Schallschutzschirme sind jedoch noch nicht da. Das schwarze Exemplar im Vordergrund ist noch ein regulärer Sonnenschirm (Bilder: L. Gesing)

Geschäftiges Treiben in der Susannenstraße. An der Ecke zur Rosenhofstraße pflastern Bauarbeiter die letzten Parkbuchten auf. Auf der gegenüberliegenden Seite sind sie schon fertig. Die Maßnahme soll bewirken, dass die Wirte ihre Tische aus Lärmschutzgründen von der Häuserwand wegrücken.

Außerdem erhielten die Wirte vom Bezirksamt Altona die Auflage, Schallschutzschirme aufzustellen. Bei den Gastronomen herrscht größtenteils immer noch Ratlosigkeit. „Wir wissen nicht, wie diese Schirme aussehen sollen“, sagt einer der Lokalbesitzer, der seinen Namen nicht nennen will. Zeit für eine Nachfrage beim Bezirksamt.


Was ist denn nun ein Schallschutzschirm? Nils Fischer, Sprecher des Bezirksamtes Altona, versucht eine Erklärung: „Der Schallschutzschirm sieht letztlich aus wie die ganz normaler Sonnenschirme, die die Wirte schon jetzt vor ihren Lokalen stehen haben. Die Schallschutzschirme unterscheiden sich lediglich darin, dass ihr Stoff dicker ist und mehr Gästelärm abfängt.“

Es sei also für den Passanten beinahe nicht erkennbar, ob es sich um einen normalen Sonnenschirm oder eben einen mit „eingebautem Schallschutz“ handele. Ein Gang durch die Susannenstraße zeigt: Schirme sind teilweise schon vorhanden.


Auch hier handelt es sich "nur" um einen Sonnenschirm. Haben auch die Schallschutzschirme ähnliche Füße zur Verankerung, dürfte schon bald neuer Ärger drohen

Auch hier handelt es sich "nur" um einen Sonnenschirm. Haben auch die Schallschutzschirme ähnliche Füße zur Verankerung, dürfte schon bald neuer Ärger drohen

„Das sind aber noch ganz normale Werbe-Sonnenschirme“, sagt einer der Kneipeninhaber. „Die Wirte haben bis zum 22. Juli Zeit, einen Antrag auf Sondernutzung zu stellen und in diesem Rahmen nachzuweisen, dass die Schallschutzschirme beim Verbraucherschutzamt bestellt wurden“, erklärt Bezirksamtssprecher Fischer.

Und auch einer der Gastronomen macht sich Mut, bald endlich einen dieser seltenen Spezies Sonnen(schallschutz)schirme zu Gesicht zu bekommen: „Wir rechnen damit, dass sich noch in dieser Woche etwas tut.“


Kommen die Schallschutzschirme, droht allerdings schon der nächste Ärger. Ein Wirt: „Als wir vor einigen Jahren Sonnenschirme aufgestellt haben, haben sich die Gäste über die Verletzungsgefahr am Sockel beschwert. Die Schallschutzschirme müssten also in den Boden eingearbeitet werden.“ Der wurde aber gerade erst aufgepflastert.

Bislang haben die meisten Lokalbesitzer ihre Tische noch nicht von der Hauswand an den Rand des Gehwegs verrückt. Stattdessen, wird die aufgepflasterte Fläche wie bisher von Autofahrern als erhöhte Parklücke genutzt.

Am Mittwoch blieben übrigens auch die Sonnenschirme eingeklappt. Der Wetterbericht hatte Regen vorhergesagt.


Lars Gesing


Lesen Sie auch: Baumaßnahmen in der Susannenstraße abgeschlossen
und Lärmschutzschirme für die Susannenstraße? “Alles Quatsch”

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14 Kommentare zu Susannenstraße: Was ist eigentlich ein Schallschutzschirm?

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  5. Hallo,
    gibt es denn in der umstrittenen Straße einen May – Sonnenschirm, so daß wir einfach probehalber kurzfristig eine entsprechende Bespannung zu Testzwecken zur Verfügung stellen könnten? Unsere Schirme sind daran erkennbar, daß Sie einen Schirmstockdurchmesser von 76mm haben und etwa auf Brusthöhe einen silbernen Typen-Aufkleber draufhaben (z.B. Modell „Schattello“ oder „Albatros“).

    Mit freundlichem Gruß
    Klaus-Peter May
    May Sonnenschirme GmbH, Betzenweiler

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  7. muhy sagt:

    Baubeginn am Montag..

    • Leon sagt:

      Beim Chakra meinst Du, oder?

      Was heißt denn Baubeginn, Muhy: Werden die Schirme ins Pflaster gelassen?

      Gruß
      Leon

      • muhy sagt:

        uppps nur eine satz von ganzen seite…))))

        ich meinte nicht beim chakra, ich habe nur gehört, die wollen gasleitung neu verlegen in susannenstr…

        das heist bau geht weiter, lauter, extremer,…. keine ruhe tage dieser sommer an der strasse )))

        • Leon sagt:

          Gasleitungen verlegen? Nachdem alles gepflastert wurde. Aha.

          Wieso „nur eine Satz von ganzen seite“? Ist Dein Kommentar gekürzt worden?

  8. Leon sagt:

    Und es soll noch die Nebenbedingungen im Vertrag zwischen Bezirk und Gastro geben, wenn die Angaben vom samstäglichen Infotisch der AnwohnerIni so richtig sind:

    (1) Keine Werbung auf Schirmen, Tischen, Bänken.
    (2) Einheitliche Schirme für alle um den Look der Straße zu verbessern.

    Hm. Alle müssten also auch noch zusammen bestellen … aber da wird dem hier zitierten Herrn Fischer und den eigentlich Verantwortlichen sicherlich auch etwas einfallen … das zu umgehen.

    • JR sagt:

      Leon, der Auflagen gibt es derer 20:

      1. Der Erlaubnisinhaber hat sich die Fläche an Ort und Stelle von einem Vertreter des Bezirksamtes
      anweisen zu lassen.
      2. Die Anordnungen der Wegeaufsichts- und Polizeibeamten sind unverzüglich zu befolgen.
      3. Eine Kopie dieser Sondernutzungserlaubnis ist vor Ort aufzubewahren und bei Kontrollen durch
      die Wegeaufsichts- und Polizeibeamten zur Einsichtnahme vorzulegen. Eine Kopie des Lageplans
      der genehmigten Außengastronomiefläche ist deutlich sichtbar im Fenster der Gaststätte
      auszuhängen. Wo dies aufgrund der örtlichen Gegebenheiten nicht möglich ist, ist der Lageplan
      an anderer geeigneter Stelle so auszuhängen, dass dieser von der Straße aus einsehbar ist.
      4. Der Erlaubnisinhaber hat der Freien und Hansestadt Hamburg alle Kosten zu erstatten, die ihr im
      Zusammenhang mit der Sondernutzung entstehen. Hierzu gehören auch Entschädigungs- und
      Schadensersatzleistungen, welche die Freie und Hansestadt Hamburg im Zusammenhang mit
      der Sondernutzung aufgrund einer Rechtspflicht erbringen muss.
      5. Schieber-, Kanal- und Einsteigeschächte der Leitungsgesellschaft und öffentlichen Verkehrs- und
      Beleuchtungsanlagen müssen zugänglich bleiben.
      6. Werden Arbeiten am Leitungsnetz sowie Straßenbauarbeiten erforderlich, ist die dafür benötigte
      Fläche frei zu machen. Schadensersatzansprüche können dafür nicht geltend gemacht werden.
      7. Straßenpassanten dürfen durch das Aufstellen der Tische usw. nicht gefährdet, der Verkehr nicht
      behindert werden.
      8. Die Herstellung, Bearbeitung und Verarbeitung von Lebensmitteln, der Verkauf an Straßenpassanten
      sowie das Aufstellen von Automaten jeder Art sind nicht zulässig.
      9. Auf der überlassenen Fläche dürfen Leergut, Kisten, Kartons u.ä. nicht abgestellt werden.
      10. Die überlassene Fläche darf nicht für Werbezwecke genutzt werden.
      11. Aufgrabungen und Verankerungen von Tischen und sonstigen Gegenständen sind auf der überlassenen
      Fläche nicht zulässig.
      12. Der Erlaubnisinhaber hat auf der zur Nutzung überlassenen Fläche und in deren näherer Umgebung
      stets für größte Sauberkeit zu sorgen.
      13. Für die nächste Saison ist die Sondernutzung vier Wochen vor dem geplanten Aufstellungstermin
      beim Bezirksamt zu beantragen.
      14. Die Benutzung oder Verwendung von Tonübertragungsgeräten und Musikinstrumenten ist nicht
      gestattet.
      15. Das Mobiliar ist nach Beendigung der täglich genehmigten Nutzungszeit umgehend von der öffentlichen
      Fläche zu entfernen. Besteht hierzu keine Möglichkeit, ist es auf der genehmigten
      Sonderfläche an einer Stelle angekettet und aufgestapelt abzustellen.
      16. Alle Bäume im Bereich der Sondernutzung sind pfleglich zu behandeln und vor Beschädigungen
      in den ober- und unterirdischen Teilen zu schützen. Sondernutzungen dürfen nur so durchgeführt
      (angelegt) werden, dass die Standsicherheit und das gesunde Wachstum der Bäume nicht beeinträchtigt
      werden. Zusätzliche Auflagen der Abteilung Stadtgrün sind zu beachten.
      17. Entsprechend des sogenannten Senatsmodells ist die Nutzung der Fläche maximal bis 23:00
      Uhr, an Freitagen und Sonnabenden sowie an den Abenden vor Feiertagen maximal bis 24:00
      Uhr zulässig.
      18. Zur Einhaltung der zulässigen Immissionsrichtwerte ist auf Flächen, die geeignet sind mehr als
      10 Gäste zu bewirten, ein Schallschutz nach oben in Form von Sonnenschirmen, oder ähnlichem
      vorzusehen. Um ein einheitliches Straßenbild zu gewährleisten werden dazu helle unifarbene
      Materialien vorgegeben. Die gewählte Form des Schallschutzes bedarf vorher der Zustimmung
      des Fachamtes Verbraucherschutz, Gewerbe und Umwelt.
      19. Nach Ablauf der Sondernutzungserlaubnis ist die Fläche umgehend vollständig zu räumen.
      20. Aus Gründen des Umweltschutzes ist das Aufstellen und Betreiben von Heizstrahlern untersagt

      • Leon sagt:

        … äh, danke JR. Wow.

        Mal zu Punkt 20.: Wieso haben dann die miteinander verwandten „Goldfischglas“ und „Katze“ immer noch Heizstrahler im Betrieb? Oder haben die eine Sondergenehmigung, weil sie die nur „aufhängen und betreiben“ und nicht „aufstellen und betreiben“? Man weiß ja nie.

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