Lärmschutz Susannenstraße: Jetzt kommt der Anwalt

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Der Anwalt von zehn Gastronomen hat Widerspruch gegen die Lärmschutzauflagen des Bezirksamtes eingereicht (Bild: A. Laible)

Der Anwalt von zehn Gastronomen hat Widerspruch gegen die Lärmschutzauflagen des Bezirksamtes eingereicht (Bild: A. Laible)

Der Sanierungsbeirat des Schanzenviertels tagte am Mittwochabend – diesmal war erstmalig auch Anwalt Rainer Blohm dabei. Er vertritt die Interessen von zehn Gastronomen aus der Susannenstraße, die sich gegen die Lärmschutzauflagen des Bezirks wehren. Blohm bot den Anwohnern im Namen seiner Mandanten ein Gespräch an, das zur Entspannung der Lage beitragen soll.

„Meine Mandaten möchten mit den Anwohnern reden, sie haben Verständnis für ihre Situation, schließlich sind sie nicht blind und taub“, sagt Blohm. Auch die Anwohner der Susannenstraße sind an einem Gespräch interessiert. „Es ist ja nicht so, dass wir kein Verständnis für die Gastronomen haben, aber wir würden uns ein Entgegenkommen von ihnen wünschen“, sagt Susan Beermann von der „Anwohnerinitiative Schanzenviertel“. Voraussichtlich soll ein gemeinsames Gespräch erstmalig im Januar stattfinden.

Im April hatte die Bezirksversammlung Altona entschieden, dass der Gastronomiebetrieb in der Susannenstraße wegen der zunehmenden Lärmbelastung der Anwohner eine Stunde früher als in Hamburg vorgeschrieben schließen müsse. Darüber hinaus wurde der Außensitzbereich mit Umbaumaßnahmen in Richtung Straße verlagert. Für diese Außensitze forderte der Bezirk seitens der Gastronomen eine spezielle Überdachung – Schallschutzschirme sollten aufgestellt werden. Zu Anfangs hatte es Anlaufschwierigkeiten bei der Beschaffung dieser Schirme gegeben. „Mittlerweile haben aber alle Gastronomen einen Schirm bestellt“, sagt Nils Fischer, Sprecher des Bezirksamtes Altona.

Einige Gastronomen sind nun allerdings ziemlich verärgert über die Sonderbehandlung durch den Bezirk in der Susannenstraße. Ihr Anwalt Rainer Blohm hat für seine Klienten einen Sammel-Widerspruch gegen die Auflage der Lärmschutzschirme und die im August verhängten Bußgelder für die Außengastronomie in der Susannenstraße eingereicht. „So ein Sammelwiderspruch ist aber juristisch schwierig, eigentlich muss gegen jeden Tatbestand für jeden Mandanten einzeln Widerspruch eingereicht werden“, sagt Kerstin Godenschwege, Sprecherin des Bezirksamts Altona. Das sei notwendig, da sich die Situation für jeden Gastronom etwas unterscheide, zum Beispiel durch die Lage.

Ein weiteres Problem sei, dass der Anwalt die Gründe für den Widerspruch nicht genannt habe, fügt Godenschwege hinzu. „Wir warten im Moment auf die Begründung von Herrn Blohm“, sagt sie. Über die Erfolgsschancen der Gastronomen ließe sich noch nicht viel sagen, so Rechtsanwalt Blohm, das Widerspruchsverfahren sei noch mitten im Gange. „Ich hoffe aber, dass gerade die Probleme zwischen Anwohnern und Gastronomen durch Gespräche geklärt werden können“, sagt der Vertreter der Schanzengastronomen.

Die Bezirksversammlung Altona hatte auf Anraten des Regionalausschusses I in der vergangenen Woche eine Vor-Ort-Begehung in der Susannenstraße entschieden. Diese soll helfen, die bislang pauschale Genehmigungspraxis des zuständigen Fachmamtes Verbraucherschutz, Gewerbe und Umwelt differenzierter zu machen. Örtliche Begebenheiten, spezielle Umstände und besondere Verkehrs- und Wohnsituationen im Viertel sollten idealerweise ebenfalls berücksichtigt werden. Der genaue Termin stehe noch nicht fest, so Sprecher Nils Fischer.

Antonia Eser-Ruperti

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