
Könnte so der ominöse Lärmschutzschirm für die Gastronomie in der Susannenstraße aussehen? (Bild: May Sonnenschirme)
Bei dem Material handle es sich um ein mehrfach beschichtetes Polyestergewebe aus dem Bootsbau. Es soll laut May eine schalldämmende Wirkung haben. Der Kostenpunkt für einen 5×5 Meter Schirm würde nach seinen Schätzungen bei rund 3000 Euro liegen.
Auf die Frage, ob die Produktion eines Prototyps sinnvoll sei, antwortet der Diplom-Ingenieur May: „Es gibt da wenig zu entwickeln“, ein Schirm sei in der Herstellung wie der andere. Er könnte natürlich ein Testmodell bauen lassen, müsste das aber auf eigene Kosten machen. Da er selber ein Interesse an dieser Entwicklung hat, kann er sich eine Kooperation mit einem der Wirte aus der Susannenstraße vorstellen.
Einen Haken hat die Sache: „Ich weiß nicht, was der Schirm effektiv an Schalldämmung wirklich bringt“, sagt Klaus-Peter May. Da viele Faktoren, wie etwa die baulichen Gegebenheiten in der Susannenstraße eine Rolle spielen, könnte nur ein Livebetrieb in der Schanze zeigen, wie viel Lärm tatsächlich geschluckt wird.

Die Außenplätze in der Susannenstraße sollen von einem Lärmschutzschirm überdacht werden (Bild: H. Jacobs)
Eine Zusatzinvestition in dieser Höhe für ein nicht geprüftes Produkt macht die Geschäftsführerin des Cafés, Marjam Cheraghi, sauer. Cheraghi will keine Außengastronomie mehr betreiben, denn sie hatte bereits hohe Investitionen für das Außenmobiliar.
Chong-Min Han-Moerbeck, Betreiber der Bok-Sushi-Bar in der Susannenstraße, zeigt mehr Zuversicht. Die Schirme, die in unseren Restaurants bereits genutzt werden, könnten vielleicht mit zusätzlichen Stoffen bespannt werden. Seine Hoffnung: Mit dieser Maßnahme könnten die Investitionen gering gehalten werden. “Wir versuchen, die Fristen und Auflagen der Behörde einzuhalten”, sagt Han-Moerbeck.
Diese Lärmschutzregelung sei deutschlandweit wohl einmalig, so Bezirksamtssprecher Fischer. Wenn die Schallschutzschirme stehen, sollen Schallmessungen durchgeführt werden, fügt Fischer hinzu. Wenn es nichts bringt, müsse die Situation neu überprüft werden. Um einen möglichen finanziellen Verlust gering zu halten, rät Fischer den Gastronomen, ein Rückgaberecht mit dem Lieferanten zu vereinbaren.

Schirme der Firma May im Einsatz. Die Lärmdämmung würde durch ein spezielles Bespannungsmaterial erreicht (Bild: May Sonnenschirme)
Und was passiert, wenn die Gastronomen diese Frist verstreichen lassen? Die Antwortet des Bezirksamtssprechers: „Nach Fristablauf ist eine Kontrolle durch den Bezirklichen Ordnungsdienst (BOD) möglich. Wann diese genau starten, obliegt der Einsatzleitung des BOD in Abstimmung mit der Bezirksamtsleitung. Diese wird zu gegebener Zeit über ihre Einsätze entscheiden.”
Wie geht es weiter in der Susannenstraße? Bei schönem Wetter am liebsten draußen. Schirmhersteller Klaus-Peter May sieht derzeit keinen akuten Handlungsbedarf. Denn Anfragen von den Gastronomen sind bei ihm noch nicht eingegangen.
Susanne Hüners
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Dass muss man doch wissen wenn man sich als Gastronom in der Susannenstrasse niederlässt! Wenn es den Gastronomen nicht passt, sollen sie doch wegziehen…z.b. Blankenese da ist es schön ruhig.
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