Enttäuschung über den zweiten Entwurf des dritten Bauabschnittes der Straße Sternschanze

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Bei der öffentlichen Sitzung des Altonaer Verkehrsausschusses wurde gestern der zweite Entwurf zum dritten Bauabschnitt der Straße Sternschanze vorgestellt (Bilder: T. Konieczny)

Bei der öffentlichen Sitzung des Altonaer Verkehrsausschusses wurde gestern der zweite Entwurf zum dritten Bauabschnitt der Straße Sternschanze vorgestellt (Bilder: T. Konieczny)

Gemischte Reaktionen gab es gestern bei der öffentlichen Sitzung des Altonaer Verkehrsausschusses. Dort wurde der zweite Entwurf des dritten Bauabschnittes der Sternschanze vorgestellt. Der erste Entwurf im Mai war bei vielen Anwohnern auf Kritik gestoßen. Nun hofften viele, dass der zweite Entwurf ihre Anregungen berücksichtigen würde.

Positiv fanden viele Anwohner, dass die Bushaltestelle in der Straße Sternschanze bleiben wird. Der erste Entwurf sah eine Verlegung der Bushaltestelle in die Schanzenstraße vor. Anwohner hatten jedoch befürchtet, dass die Unfallgefahr steigen könnte, wenn Kinder die Sternschanze überqueren, um auf dem kürzesten Weg zur Haltestelle in der Schanzenstraße zu gelangen. Da nicht einmal eine Ampel in der Sternschanze steht, sei die Gefahr für Kinder besonders groß, warnten einige Anwohner.

Die Forderung nach einer Ampel in der Straße Sternschanze war gestern ein zentraler Streitpunkt. Auch im zweiten Entwurf wurde dieser Anwohner-Vorschlag nicht berücksichtigt. „Eine Ampel in der Sternschanze ist sinnlos“, sagte Winfried Kobe, Leiter der Straßenverkehrsbehörde des 16. Polizeikommissariats. Weder eine Ampel, noch ein Übergangsstreifen würden tatsächlich von den Menschen genutzt werden. Stattdessen sei es besser, die Sternschanze wie vorgesehen zu einer Tempo-30-Zone zu erklären. Somit seien die Autofahrer gezwungen, langsam zu fahren und die Menschen könnten die Straße weiterhin an jeder Stelle überqueren.


Winfried Kobe, Leiter der Straßenverkehrsbehörde des 16. Polizeikommissariats, hält nichts von einer Ampel in der Straße Sternschanze.

Winfried Kobe, Leiter der Straßenverkehrsbehörde des 16. Polizeikommissariats, hält nichts von einer Ampel in der Straße Sternschanze

Der Vorschlag einer Tempo-30-Zone kam bei den meisten Bewohnern gut an. In diesem Zusammenhang bemängelten jedoch einige die Tatsache, dass der zweite Entwurf vorsieht, das Kopfsteinpflaster in der Sternschanze durch Straßenasphalt zu ersetzen. „Durch das Kopfsteinpflaster fahren die Autofahrer jetzt schon langsamer. Wenn die Straße nun asphaltiert wird dann, fahren die Autos trotz Tempo-30-Zone automatisch schneller “, sagte eine Anwohnerin.

Enttäuscht zeigten sich einige darüber, dass viele ihrer Vorschläge im zweiten Entwurf nicht berücksichtigt wurden. Zwar seien nun ein großes Schachbrett und ein überdachtes Fahrradhäuschen auf dem Platz vor der S-Bahn-Station Sternschanze vorgesehen, das sei aber auch schon alles. „An die älteren Menschen und die Obdachlosen in diesem Viertel wird gar nicht gedacht“, sagte Tana Schirrmacher, eine engagierte Schanzenbewohnerin. Sie verstehe zum Beispiel nicht, warum keine öffentlichen Toiletten vorgesehen sind. Zudem wünsche sie sich einen Ort, wo junge und ältere Menschen aufeinandertreffen könnten.

„Wir sind immer noch in einer Konzept-Phase“, versicherte Philipp von Werder, Geschäftsführer von wfw nord control, eine Ingenieurgesellschaft für Bauwesen und Vermessung. Sein Unternehmen hat zusammen mit dem Freiraumplanungsbüro Hunck und Lorenz die zwei Entwürfe realisiert. In dieser Planungsphase sei noch nichts definitiv entschieden, sagte er.


Die Vertreter der Bezirksfraktionen haben angekündigt über den zweiten Entwurf innerhalb ihrer Fraktionen zu beraten.

Die Vertreter der Bezirksfraktionen haben angekündigt über den zweiten Entwurf innerhalb ihrer Fraktionen zu beraten.

„Wir werden nun erst einmal innerhalb unserer Bezirksfraktionen über den zweiten Entwurf beraten. Dann wird eine weitere öffentliche Vorstellung organisiert“, sagte Joachim Eggeling, Vorsitzender des Verkehrsausschusses und Abgeordneter der CDU-Fraktion in der Altonaer Bezirksversammlung.

Es gab aber auch Anwohner, die gar nicht erst zu der Veranstaltung gekommen sind. „Ich habe die Sitzung boykottiert, weil das Bezirksamt Altona die Anwohner gar nicht in die Planung mit einbezieht“, sagt Georg Möller, Anwalt und engagierter Schanzenbewohner. Er vertritt die Meinung, dass die Bürger bei der Planung ohne Mitspracherecht seien. Daher wollen sich Schanzenanwohner am 24. Oktober um 20 Uhr bei „Herr Max“ zu einer „autonomen Bürgersprechstunde“ treffen, so Möller. Dort wollen sie dann darüber diskutieren, wie sie vorgehen wollen, um sich mehr Gehör zu verschaffen.


Tatjana Konieczny


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