Ein Leben in Saus und Braus

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Himmel über Hamburg: Millionen Bienen fühlen sich erstaunlich wohl in der Hansestadt – und finden reichlich Futter (Symbolbild: dpa)

Himmel über Hamburg: Millionen Bienen fühlen sich erstaunlich wohl in der Hansestadt – und finden reichlich Futter (Symbolbild: dpa)

Etwa 2000 Bienenvölker schwirren durch Hamburg, Tendenz steigend. Einige Millionen der fleißigen Insekten sind bereits in St. Pauli und dem Schanzenviertel heimisch.

Und es werden immer mehr: Etwa 300 Hamburger frönen heute schon als Hobby-Imker ihrer heimlichen Leidenschaft – meist unerkannt.

Die wenigsten Anwohner in der Annenstraße und der Bartelstraße, bei der Kirche der Stille und an der Friedenskirche ahnen, dass sich im Nachbargarten oder auf dem Dach ihres Hauses gleich mehrere Bienenstöcke befinden. Deren Bewohnerinnen sind derzeit täglich in den Straßen von Hamburg unterwegs, um ihre Honigvorräte zu mehren. Und das Pollen- und Nektarangebot der Hansestadt ist erstaunlich groß.


Lebendige Studienobjekte: Der Bienenstock auf dem Gelände der Grundschule Thadenstraße bringt jungen Hamburgern die Natur näher (Bild: K. Krabbe)

Lebendige Studienobjekte: Der Bienenstock auf dem Gelände der Grundschule Thadenstraße bringt jungen Hamburgern die Natur näher (Bild: K. Krabbe)

„Den Bienen geht es hier in der Stadt besser als auf dem Land! Wenn ich im Frühjahr eine leere Kiste mit einem Bienenschwarm bestücke, ist die im Herbst ganze 40 Kilo schwerer“, berichtet ein Biologe, der sich seit fünf Jahren begeistert mit der Bienenhaltung befasst und mittlerweile 15 Völker besitzt: „Ich habe auch einen Bienenstock an der Nordsee, und der bringt es bloß auf 25 Kilo.“

Hamburgs Gärten, Parks und Alleen bieten den emsig sammelnden Tierchen nämlich eine überraschend vielfältige und reiche Ernte – bereits zwei blühende Lindenbäume machen ein Bienenvolk satt.


Bitte nicht stören: So lange man sie nicht ärgert, sind Bienen ausgesprochen friedliche Wesen. Und der Hamburger Honig schmeckt besonders gut (Bild: K. Krabbe)

Bitte nicht stören: So lange man sie nicht ärgert, sind Bienen ausgesprochen friedliche Wesen. Und der Hamburger Honig schmeckt besonders gut (Bild: K. Krabbe)

Auch in der Qualität steht der süße Saft aus der Stadt der Konkurrenz vom Lande in nichts nach. Untersuchungen haben ergeben, dass er garantiert nicht belastet ist – und außerdem: „Der Hamburger Honig ist wirklich extrem lecker! Der frühe schmeckt mild, der späte stark nach Lindenblüten“, schwärmt der Hobby-Imker, der besonders stolz darauf ist, auf der Liste der offiziellen Hamburger Bienenschwarmfänger zu stehen. „Es ist wirklich ein wahnsinnig schönes Gefühl, inmitten von 30.000 summender Bienen zu stehen! Das ist auch meine früheste Kindheitserinnerung – wie mein Opa einen Schwarm einfängt, ein äußerst beeindruckendes Bild.“ Denn bereits sein Großvater betätigte sich einst als Imker.

Die Freude am Umgang mit den sympathischen Sechsbeinern ist offenbar äußerst ansteckend und liegt nun auch im Herzen unserer Elbmetropole im Trend: So verzeichnet der Imkerverein Hamburg-Altona 30 Neuanmeldungen allein in diesem Jahr – bei gerade mal 80 Mitgliedern! Zwei Imker-Kurse werden von den Bienenfreunden angeboten und sind längst voll besetzt.

Alle weiteren Einsteiger und Interessierte können sich über die Homepage des Vereins mit vielen weiter führenden Links und Buchtipps sowie bei einer seiner Versammlungen informieren – und vielleicht sogar von einem der Imker unter die Fittiche nehmen lassen: Imkerverein Altona und unter Bienenkiste zeigt eine Nabu-preisgekrönte gemeinnützige Initiative, wie es ganz einfach geht, selbst Bienen zu halten – inklusive einer Bauanleitung für eine Bienenkiste, Bildergalerien und Videos.

Karen Krabbe

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Ein Kommentar zu Ein Leben in Saus und Braus

  1. Leon sagt:

    Danke, dass Ihr mal über die freundlichen Helfer und ihr Helfer berichtet!

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