Ein Kettenfahrzeug mitten im Schanzenviertel

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Dieses Kettenfahrzeug auf dem Lastwagen erregte am Donnerstagnachmittag reichlich Aufsehen

Dieses Kettenfahrzeug auf dem Lastwagen erregte am Donnerstagnachmittag reichlich Aufsehen (Bilder: S. Remesch)

Unzählige neugierige Blicke zog ein Kettenfahrzeug am Donnerstagnachmittag in der Schanzenstraße auf sich. Hinter einer Absperrung wurde das kastenförmige Raupengefährt in Stellung gebracht. Im Innern waren zwei Männer in oranger Arbeitskleidung am Werk, die an kurzen Hebeln zogen und auf einen Bildschirm mit bunten Grafiken und Zählern starrten.

Nein, hier wurde nicht nach Weltkriegsbomben gesucht, wie mancher Passant mutmaßte und auch eine Evakuierung des Schanzenviertels steht nicht an. Bei dem Raupenfahrzeug auf der Ladefläche eines geländegängigen Lastwagens handelt es sich um eine mobile Sondierungseinheit.

Eine neue Abwasserleitung soll in der Schanzenstraße verlegt werden und dazu benötigen die Planer detaillierte Informationen zur Bodenbeschaffenheit. „Wir bohren hier mit einer Kraft von 20 Tonnen und das mehr als 20 Meter tief“, erzählt der Geräteführer Klaus Wollermann. „Mit der Drucksonde erfahren wir, wie dicht der Boden ist, woraus er besteht.“


Auf einem Bildschirm werden die Daten der Sonde angezeigt: Je stärker der Peak ausschlägt, je höher der Druck

Auf einem Bildschirm werden die Daten der Sonde angezeigt: Je stärker der Peak ausschlägt, je höher der Druck.

Schluss nach 10,32 Metern

„Sandige und bindige Geschichten und das wechsellagig“ findet das Team aus Berlin in der Schanze vor – und dicke Steine. Ein solcher beendet etwa die Sondierung an der Ecke der Schanzenstraße mit der Lagerstraße nach genau 10,32 Metern. Ein kurzes Rumpeln zeigt, dass es für knapp vier Zentimeter breite Sondierungsspitze kein Weiterkommen mehr gibt. „Jetzt gilt es vorsichtig zu sein“, betont Geräteführer Wollermann. Mit festem Blick auf den Schirm mit den Sondierungsanzeigen erhöht er dann mit einer sanften Hebelbewegung den Druck auf die Sonde.

Doch die bewegt sich keinen Deut mehr. Noch mehr Druck könnte die Sonde beschädigen. Wenn sie mit dem Gestänge stecken bliebe, würde das einen Schaden von mehreren tausend Euro bedeuten. Dass hier bereits nach zehn Metern Schluss ist, ist aber kein Problem. „Wir sind tief genug, um zu sehen, dass der Mergel tragfähig ist“, meint Wollermann. Dann fährt die Sonde langsam wieder hoch, während sein Kollege das Gestänge Meter für Meter auseinanderbaut.

Knapp hundert Meter weiter bringen sie ihr Gefährt an der nächsten Sondierungsstelle in Position – und wieder sorgen sie mit ihrer ungewöhnlichen Maschine für neugierige Blicke.

Steve Remesch




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