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Der Photoautomat neben dem Haus73 auf dem Schulterblatt. (Bild: M. Stucke)

Der Photoautomat neben dem Haus73 auf dem Schulterblatt. (Bild: M. Stucke)

Manchmal sieht man nur noch ein Hinterteil und ein oder mehrere Beine aus der Kabine ragen. Die oberen Körperteile der Kabinenbesucher drängen sich hinter dem schwarzen Vorhang in dem kleinen Belichtungsraum des Photoautomaten. Es ist ein schönes Mitbringsel vom gemeinsamen Städte-Trip oder Zeuge eines ganz besonderen Tages. Die Fotostreifen, die dann mit Spannung am Ausgabeschlitz erwartet werden, sind meist leicht überbelichtet und schwarz-weiß. Aber gerade deshalb haben sie ihren ganz eigenen Charme.

Die Photautomaten sind restaurierte, original aus den 50er oder 60r Jahren stammende Fotokabinen. Die beiden Freunde Ole Kretschmer und Asger Doenst aus Berlin haben vor etwa sieben Jahren den ersten dieser Automaten vor dem Shrottplatz bewahrt, aufgemöbelt und in Ost-Berlin aufgestellt. Dort erreichte der Photoautomat bald Kultstatus und das Angebot wurde nicht nur innerhalb Berlins, sondern auch auf Städte wie Hamburg, Köln und sogar Wien und London erweitert. In Hamburg steht ein Exemplar direkt neben dem Haus73 auf dem Schulterblatt. Auch in St. Pauli erfreut sich der Automat an der alten Rinderschlachthalle großer Beliebtheit.

Neben dem Charme des Alten haben die Fotostreifen aus dem Photoautomaten im Zeitalter der digitalen Fotografie einen entschiedenen Vorteil: nichts kann retuschiert werden, alles wird unverändert auf Fotopapier gebannt. Der Fotografierte kann dann, nach scheinbar unendlich langen Minuten, das Ergebnis direkt in der Hand halten und in die Tasche stecken.

Photoautomat in der Schanze: Schulterblatt 73 (direkt neben dem Haus73).

Marike Stucke

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